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Thora-Rolle kehrt nach Bad Segeberg zurück Drucken E-Mail
10.05.2007
Jüdische Gemeinde
Jüdische Gemeinde
Gemeinsame Erklärung der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg und der Lübecker Museen

Lübeck, 10. Mai 2007
Die Jüdische Gemeinde Bad Segeberg und die Lübecker Museen haben einvernehmlich vereinbart, dass die 300 Jahre alte Tora-Rolle aus der Lübecker Völkerkundesammlung vom 24. Juni 2007 an in der neuen Synagoge in Bad Segeberg ihren festen Ort haben wird.

Die Tora-Rolle kam 1932 nach Lübeck. Julius Carlebach, der Enkel des berühmten Lübecker Rabbiners Dr. Salomon Carlebach, richtete damals im Lübecker Museum für Völkerkunde eine jüdische Abteilung ein.

In diesem Zusammenhang konnte er die Jüdische Gemeinde in Bad Segeberg davon überzeugen, eine Tora-Rolle als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Sein erklärtes Ziel war, wie er in einer Postkarte vom 30. April 1932 an die Jüdische Gemeinde in Segeberg schrieb: „Wir wollen, um dem Antisemitismus zu begegnen alle jüdischen Gebräuche erklären im Museum".

„Wir haben die Tora-Rolle als eine Leihgabe seit 1932 unter schwierigsten Bedingungen in Lübeck aufbewahrt und versucht dem Auftrag Julius Carlebachs nachzukommen“, erklärte der Geschäftsführende Direktor der Lübecker Museen, Prof. Dr. Hans Wißkirchen. „Mit dem Bau und der Einweihung der Synagoge in Bad Segeberg ist jetzt eine neue Situation entstanden. Es stellt für uns eine Selbstverständlichkeit dar, dass die Tora-Rolle an diesen nun entstanden Ort des jüdischen religiösen Lebens zurückkehrt“.

Walter Blender, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, stellte ausdrücklich fest: „Dass diese Tora-Rolle über die Zeit des Nationalsozialismus gerettet worden ist und nun in unserer neuen Synagoge gezeigt werden kann, ist den Lübecker Museen zu verdanken und wir sind gerade gegenüber der Völkerkundesammlung zu großem Dank verpflichtet.“ Die beiden Partner vereinbarten, dass die Tora-Rolle für besondere Ausstellungen nach Absprache in Lübeck gezeigt werden kann.

Darüber hinaus hat sich als besonderes Zeichen der Verbundenheit das Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, Stephan Aaron Weckwerth, zur Schenkung einer in seinem Besitz befindlichen Tora-Rolle an die Völkerkundesammlung der Lübecker Museen entschlossen.  Diese großzügige Gabe, die den Sammlungsbestand erheblich bereichert, wurde von der Leiterin der Völkerkundesammlung, Brigitte Templin, dankbar  angenommen.

gez.

Walter Blender und Hans Wißkirchen


Quelle: Kulturstiftung Hansestadt Lübeck

 
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