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Flughafen Blankensee: Neue Airline zum 90. Geburtstag Drucken E-Mail
27.08.2007
Fluglinien Lübeck Airport
Fluglinien Lübeck Airport
90 Jahre alt ist der Flughafen Lübeck-Blankensee in diesem Jahr. Als Geburtstagsgeschenk gab es eine neue Fluglinie.

Die englische Billigfluglinie Jet.2.com wird vom 1. Mai 2008 an viermal wöchentlich die Hansestadt Lübeck mit der englischen Stadt Leeds verbinden. „Wir rechnen dadurch mit rund 45 000 bis 55 000 zusätzlichen Passagieren pro Jahr“, sagte der Geschäftsführer des Flughafens, Johannes Scharnberg. Mit der neuen Linie will der Flughafen Lübeck auch seine Abhängigkeit von der irischen Gesellschaft Ryanair verringern, die zurzeit sechs Strecken von Lübeck aus bedient. Im Oktober wird als neue Strecke die Verbindung von Lübeck nach Barcelona/Girona hinzukommen, dafür wird die Verbindung nach Dublin im Winterflugplan gestrichen. 

Knapp 680 000 Fluggäste werden voraussichtlich in diesem Jahr in Blankensee abfliegen und ankommen. Diese Zahl ist nach Ansicht der Flughafenleitung steigerungsfähig. Ein Blick in die Geschichte des Flughafens zeigt: In den vergangenen 90 Jahren ging es immer auf und ab.

Gegründet wurde der Flughafen 1917 als «Militärische Fliegerstation Lübeck» für die Pilotenausbildung. 1926 wurde er vorübergehend zum Luftkreuz des Nordens, als die Deutsche Lufthansa AG ihn als Ausweichplatz für den im Bau befindlichen Land- und Seeflughafens in Travemünde nutzte. Während der Berlin-Blockade 1948 startete alle 20 Minuten ein «Rosinenbomber» von Lübeck aus Richtung Berlin. In die Schlagzeilen geriet Blankensee im Mai 1987 durch den Absturz einer Cessna mit dem damaligen Ministerpräsidenten Uwe Barschel an Bord. Drei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. 

Nach dem Fall der Mauer 1989 erwachte der Flughafen Blankensee aus dem Dornröschenschlaf. Im Sommer 2000 eröffnete Ryanair die erste Linienverbindung von Lübeck nach Stansted bei London. 

2005 verkaufte die Hansestadt Lübeck die Mehrheit der Flughafengesellschaft für 13 Millionen Euro an das neuseeländische Unternehmen Infratil.  Die neuen Mehrheitsgesellschafter hatten große Pläne, wollten den Airport ausbauen und dort bis zum Jahr 2009 deutlich mehr als eine Million Passagiere abfertigen. Doch seit 2005 scheint der Höhenflug zumindest vorübergehend gebremst. Im Sommer 2005 stoppte das Oberverwaltungsgericht in Schleswig die Pläne für den schon seit dem Jahr 2000 geplanten Ausbau der Start- und Landebahn, weil die nach Auffassung der Richter gegen das Naturschutzrecht verstoßen. 

Inzwischen wird ein neues Planfeststellungsverfahren vorbereitet, mit dem neben einer Startbahnverlängerung auch die Erweiterung des Vorfeldes, der Bau eines neuen Passagierterminals und 5500 zusätzliche Parkplätze beantragt werden wollen. «Wir werden die Unterlagen Ende 2006 einreichen», sagt Scharnberg und hofft, dass die zuständige Behörde die von der Landesregierung zugesagte Bearbeitungszeit von einem Jahr und einem Tag einhalten wird. Denn Infratil wünscht sich mittelfristig vier bis sechs Millionen Passagiere für Lübeck und hat sich vorbehalten, den Flughafen an die Hansestadt zurückzugeben, wenn der Ausbau scheitert.

 
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