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Wir wissen nicht, ob Winston Churchill unter Bluthochdruck oder Diabetes litt. Folgt man allerdings Dr. Matthias Köhler, dem ärztlichen Leiter des Deutschen Zentrums für Präventivmedizin im schleswig-holsteinischen Damp, so wäre das sehr wahrscheinlich. Denn wie allgemein bekannt war Churchill Raucher, hatte Übergewicht und lebte nach dem Motto „No sports!“. Diese Lebensweise begünstige Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes, das sogenannte Metabolische Syndrom, und das wiederum steigere das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall ganz erheblich, sagte Köhler. Der Mediziner und Marathonläufer war zu Gast in Lübeck und hielt vor 105 Mitgliedern des Marketing-Clubs Lübeck einen Vortrag mit dem Titel „Bewegung ist Leben“.
Ob die Rekordbeteiligung auf ein besonders ausgeprägtes Gesundheitsinteresse der Clubmitglieder schließen lässt, oder ob es an dem ursprünglich angekündigten Referenten lag, ließ sich nicht feststellen. Eigentlich war nämlich der zweimalige Olympiasieger und ehemalige ärztliche Leiter der Reha-Klinik Damp, Dr, Thomas Wessinghage, angekündigt worden. Weil der aber seine neue Tätigkeit als Ärztlicher Direktor der Medical Park-Klinik in Tegernsee früher als geplant antreten musste, war Köhler als Vertreter eingesprungen.
„Das Metabolische Syndrom ist ein gesellschaftliches Problem. Immer mehr Menschen essen zu fett, bewegen sich zu wenig und tragen damit ein erhöhtes Risiko, an Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zu erkranken. Damit steigt automatisch auch ihr Risiko einer Erkrankung der Herzkranzgefäße“, sagte Köhler.
Vorbeugen, so Köhlers Botschaft, kann man all dem am besten durch ausreichende Bewegung. „Forscher haben herausgefunden, dass der Mensch als Ausdauerläufer geboren ist. Aber heute laufen wir im Durchschnitt gerade mal noch 500 Meter am Tag“, sagte er. Mehr Bewegung erreiche man nicht nur durch Sport, sondern auch schon durch mehr Bewegung im Alltag. „Also lieber Treppen steigen, als den Lift oder die Rolltreppe nehmen“, riet er. Optimal sei allerdings regelmäßiges Training – möglichst zwei- bis dreimal pro Woche – in einer Sportart, die Spaß macht und mit Gleichgesinnten, um die Motivation zu steigern.
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