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Von der Psychologie der Marke - Marketingexperte Thomas Gey in Lübeck |
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| 27.05.2008 |
 Prof. Thomas Gey Eine Marke ist viel mehr, als nur ein Name für ein Produkt. Die Beispiele Tempo oder Nivea zeigen, dass die Markennamen inzwischen zu Synonymen für eine ganze Produktgruppe – Papiertaschentücher oder Hautcreme – geworden sind. Wie eine Marke so bekannt wird, erläuterte Professor Thomas Gey in einem Vortrag beim Marketing-Club Lübeck. Gey lehrt Marketing und Strategische Unternehmensentwicklung an der Nordakademie in Elmshorn. Seine These lautet: „Marken brauchen eine starke Positionierung im Markt, damit die Verbraucher nicht nur sagen „Die kenn’ ich“, sondern auch „Die will ich“. „Erfolgreiche Unternehmen verkaufen kein Produkt, sondern sie lösen ein Problem. McDonalds verkauft nicht bloß Hamburger, Pommes und Cola. Im Bewusstsein der Kunden verkauft McDonalds Zeit, die heute ja keiner mehr hat.
Öffnungszeiten praktisch rund um die Uhr, leichte Erreichbarkeit, Parkplätze vor der Tür und Angebote wie der Kindergeburtstag bei McDonalds vermitteln dem Kunden das Gefühl, hier bekomme er Zeit geradezu geschenkt“, sagte Gey. Wichtig sei aber, dass das Unternehmen sich auf diese Problemlösung konzentriere und sich nicht verzetteln. Als Beispiel nannte er die Automarke Smart. Die sei so lange mit ihren Kleinstwagen Marktführer gewesen, bis das Unternehmen den Smart länger machte und das Modell als Viersitzer anbot.
Ebenso wichtig ist laut Gey aber die sichtbare Kompetenz der Marke. „ Der Gesichtssinn ist der am stärksten ausgeprägte Sinn. Das Gehirn nimmt Bilder schneller auf, als gesprochene oder geschriebene Worte und speichert sie länger ab“, sagte er. „Das heißt: Eine bildhafte Werbung, die den Nutzen visualisiert und Gefühle mobilisiert, ist die erfolgreichste“, betonte er. Darüber hinaus müsse eine Marke den Kunden Orientierung und Vertrauen geben, um erfolgreich zu sein. Daher lautete sein Fazit: „Wer zentrale Marktprobleme sichtbar besser löst, kann seinen Erfolg nicht verhindern. Wer auf Basis gemeinsamer Werte Orientierung für die Zukunft gibt, siegt.“
sr Foto: Dommermuth |