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DTV: Die Krise als Chance Drucken E-Mail
20.04.2009
Deutscher Tourismusverband
Deutscher Tourismusverband
Deutscher Tourismusverband zuversichtlich für Urlaubssaison 2009


Laut Statistischem Bundesamt wurden im Januar und Februar 2009 in Deutschland 39,8 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten sowie auf Campingplätzen gezählt. Dies entsprach einem Minus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit verzeichneten die Betriebe im Januar und Februar nach fünf Jahren des steten Wachstums ein Minus bei den Übernachtungszahlen. Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) zeigt sich dennoch optimistisch. Denn die Verantwortlichen des Deutschlandtourismus sind bereit, den Herausforderungen der Finanz- und Wirtschaftskrise aktiv zu begegnen.

„Die Krise als Chance – das muss unsere Prämisse für unsere Arbeit im Jahr
2009 sein. Unser erklärtes Ziel ist es, das ausgesprochen gute Ergebnis von
369,6 Millionen Übernachtungen aus dem Jahr 2008 im Krisenjahr 2009
wieder zu erreichen“, sagte Reinhard Meyer, Präsident des DTV. „Die
Herausforderungen der Krise werden uns nur stärken, da wir gefordert sind,
zu handeln.“ So gilt es für die Branche, ihre Pluspunkte weiterhin publik zu
machen: Denn der Tourismus sichert Arbeitsplätze und kurbelt die Konjunktur
auf verschiedensten Ebenen an. Von der Querschnittsbranche profitieren nicht
nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch der gesamte Einzelhandel vom
Bäcker, über den Taxifahrer bis zum Handwerker. „Dies muss die Politik
erkennen und die deutsche Tourismusbranche in der Krise unterstützen“,
forderte Meyer.

Oft unterschätzt, ist der Tourismus in Deutschland einer der zentralen und
wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland. Mit rund 2,8 Millionen nicht
exportierbaren Arbeitsplätzen und Bruttoumsätzen von 212 Milliarden Euro
rangiert die Tourismusbranche hinter dem Handwerk und dem
Gesundheitswesen an dritter Stelle. Doch im Gegensatz zu anderen Branchen
werden die deutschen Tourismusorganisationen nach Einschätzung
verschiedener Marktforschungsinstitute sogar von der Krise profitieren
können. Denn die touristischen Anbieter haben in den wirtschaftlich
erfolgreichen letzten Jahren vorgesorgt: unterschiedliche Zielgruppen können
aus einer breiten Angebotspalette wählen, das Preis-Leistungsverhältnis ist
ausgewiesen gut, Servicequalität und Infrastruktur hochwertig. Eine
Inlandsreise wird für viele Deutsche daher nun attraktiver als der klassische
Spanien-Urlaub. „Wir haben gute Voraussetzungen, auch in der Krise
erfolgreich zu sein: Das beste Konjunkturprogramm ist, wenn die Deutschen in
Deutschland Urlaub machen“, so Meyer.

Trotz des prognostizierten möglichen Einbruchs der Zweit- und Drittreisen, die
vielfach in Form von Städtereisen getätigt werden, herrscht auch in den
deutschen Städten Optimismus für 2009. Als Publikumsmagneten zogen sie in
den vergangenen Jahren unzählige Gäste an. Gerade ein gezieltes Marketing
soll helfen, die Gäste in die Metropolen zu locken. In der Region Stuttgart setzt
man auf die beiden neuen Automobilmuseen von Mercedes und Porsche, die
Musicals, die großen internationalen Feste und Sonderausstellungen in den
Kunstmuseen, zahlreiche Musikfestivals, auf das 300-jährige Jubiläum der
Stadt Ludwigsburg und das Schillerjahr 2009. „Mit dem hohen touristischen
Basispotenzial der Erlebnisregion Stuttgart rechnen wir auch 2009 trotz
Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem sehr guten Ergebnis für die Region
Stuttgart“, so Klaus Lindemann, Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing
GmbH.

2008 war das bisher erfolgreichste Jahr für die baden-württembergische
Landeshauptstadt. Insgesamt rund 2,7 Millionen Übernachtungen bedeuteten
eine Steigerung um über sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die
gesamte Region erreichte mit rund 6,6 Millionen Übernachtungen ihr
bisheriges Rekordergebnis. Das bedeutet über 430.000 Übernachtungen mehr
als im Vorjahr. Auch als bedeutender Wirtschaftsfaktor kann der Tourismus in
der Region nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Diese hervorragenden
Zahlen sind ein beeindruckender Beweis für die effektive, erfolgreiche und
rundum optimale Arbeit des Marketingverbundes zwischen Stuttgart und der
Region“, lobte Meyer die professionelle Arbeit der Stuttgart-Marketing GmbH.
„Seit vielen Jahren profitieren wir voneinander: der DTV von dem
beispielhaften Modell der Region Stuttgart, Stuttgart dagegen von der
bundesweiten Kompetenz des DTV im Städtetourismus.“ Der gemeinsame
Blick nach vorne und der Wunsch nach steter Verbesserung prägten die
Zusammenarbeit. Meyer dankte zudem dem scheidenden Geschäftsführer
Lindemann für sein Engagement als DTV-Vorstandsmitglied.

Der DTV
Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) – 1902 gegründet – ist der Dachverband
kommunaler, regionaler und landesweiter Tourismusorganisationen. Er setzt sich für
eine erfolgreiche touristische Entwicklung in Deutschland ein. Neben Aufgaben als
tourismuspolitische Interessenvertretung steht dabei die Fach- und Projektarbeit im
Vordergrund. Der DTV ist beratend, zertifizierend und koordinierend in vielen
Bereichen des Qualitätstourismus tätig. Zu den Mitgliedern des DTV zählen zwölf
Landestourismusorganisationen, zwei Stadtstaaten sowie sieben regionale
Tourismusorganisationen. Ferner sind 35 Städte, alle Kommunalen Spitzenverbände
sowie insgesamt 41 Fördernde Mitglieder – darunter ADAC und Deutsche Bahn AG –
im DTV vertreten.

Quelle: Deutscher Tourismusverband e.V., Nicole Habrich
 
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