 Musikfest Gut Emkendorf Ob „Berliner Luft“, „Multikulti“ oder „Vokalissimo“, ob Barockes, Romantisches, Swing oder Klezmer, bei den fünf „Musikfesten auf dem Lande“ mit jeweils 8 Konzerten ist für jeden etwas dabei. Sei es Obsthalle, Reithalle, Kuhstall, Scheune oder Holzhalle, auch die wunderschönen Spielstätten stellen in ihrer Einzigartigkeit den Besucher vor die Qual der Wahl. Vom 18. Juli bis zum 23. August heißen Stocksee, Wotersen, Pronstorf, Emkendorf und Hamburg-Marmstorf die Besucher willkommen, um, umrahmt von viel Musik, ein ganz besonderes Wochenende zu verbringen.
Statt in die Hamburger Hafencity wandern die Musikfeste an den südlichen Stadtrand, nach Hamburg-Marmstorf in die Baumschule Lorenz von Ehren, wo unter dem Motto „Grillen zirpen, Wälder rauschen“ erstmals ein Musikfest in der wunderbaren Holzhalle stattfinden wird.
Nicht nur die musikalischen Epochen und Stile bieten viel Abwechslungsreiches, auch die auftretenden Künstler bilden einen bunten Reigen aus hochkarätigen Stars des Hauptprogramms und großartigen jungen Talenten, die sich auf der Karriereleiter auf dem Weg nach oben befinden.
Musikfeste in Stocksee und Pronstorf zum Länderschwerpunkt Deutschland:
„Berliner Luft“ und „Multikulti – Zuhause in Deutschland“
Traditionell widmet sich das Musikfest in Stocksee dem Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Die deutsche Musiklandschaft ist so vielseitig, dass ein „Musikfest auf dem Lande“ zum Länderschwerpunkt nicht mehr genügt. Aus diesem Grund laden das Musikfest in Stocksee am 18. und 19. Juli unter dem Motto „Berliner Luft“ und das Musikfest in Pronstorf am 1. und 2. August unter dem Motto „Multikulti – Zuhause in Deutschland“ zu einer Reise in heimische Gefilde ein.
Umgeben von üppigen Obstplantagen und einer Parkanlage mit neoklassizistischem Herrenhaus, Teichen und jahrhundertealten Bäumen wird auf Gut Stockseehof die lange Berliner Musiktradition von verschiedenen Seiten beleuchtet. Sowohl in Berlin lebende Künstler oder solche, die eine langjährige Verbindung mit der Hauptstadt haben, werden zu hören sein. Aber auch Werke von Komponisten verschiedener Epochen, die in Berlin gelebt und gearbeitet haben, zeigen den musikalischen Reichtum der Stadt. Für eine bunte Mischung sorgen die Ausflüge in die nicht-klassische Szene mit Swing und Chanson.
Einen besonderen Stellenwert nimmt in diesem Jahr Felix Mendelssohn ein, dessen 200. Geburtstag sich dieses Jahr jährt. Seine Werke werden sich wie eine Art roter Faden durch alle Musikfest-Wochenenden ziehen. Ein besonderes Highlight ist der Auftritt der Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter, die sich gemeinsam mit dem Cellisten Leonard Elschenbroich – übrigens Leonard Bernstein-Award-Preisträger 2009 (gestiftet von der Sparkassen Finanzgruppe) – den Fragen der NDR Kultur-Reihe „Klassik à la carte“ stellen wird. Den Startschuss gibt das junge Boulanger Trio mit Haydn, Schubert und Mendelssohn, gefolgt vom Kammerorchester CPE Bach mit dem Solisten Johannes Moser. Weiter geht es preußisch zu mit dem Klavierquartett aus der Feder des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen, gespielt vom Valentin Quartett. Ein eher unbekannter „Berliner“ ist Hermann Goetz, das Fabergé Quintett wird dessen Klavierquintett vorstellen wird. In die goldenen Zwanziger versetzen uns The Honeybees, die mit wunderbarem Swing dieser Ära die Halle zum Schwingen bringen wird.
Das Duo Julian Arp/Caspar Frantz bringen weitere herrliche Werke des Jubilars Mendelssohn zum Klingen, dieses Mal auf Cello und Klavier, bevor das erste Wochenende mit der urigen Berliner Formation „Der singende Tresen“ zu Ende geht.
Von einer ganz anderen Seite präsentiert sich die deutsche Musikszene drei Wochen später im Kuhstall von Gut Pronstorf. „Multikulti – Zuhause in Deutschland“ zeigt einerseits die faszinierenden Einflüsse fremder Kulturen auf die heimische Musikkultur, aber auch die überaus spannenden Bereicherungen der Musikszene. „Welcome to the melting pot“ heißt das Programm der Gruppe Spark. Daniel Koschitzki und Andrea Richter, jahrelang Mitglieder des berühmten Amsterdam Loeki Stardust Quartets, verbinden sich in dieser spannenden Formation mit Violoncello, Violine und Klavier aus der Schweiz, Ungarn und Madagaskar zu einem exzentrischen Kammermusikkollektiv.
Ein echter Paradiesvogel ist der junge, in Leipzig lebende Chinese Ming Cheng, der als Autodidakt auf faszinierende Art und Weise die großen Diven von Marlene Dietrich bis Hildegard Knef sängerisch zum Leben erwecken wird. Die Musik seiner Heimat stellt der Meister von Bouzouki und Baglamas, Kostas Antoniadis, mit seinem Trio vor. Der griechische Rembetiko ist die städtische Musik Griechenlands. Entstanden nach 1922 von den griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien ist der Rembetiko in weitestem Sinne die griechische Form des Blues.
Die Musik deutscher Sinti (Sinti-Swing-Guitar Valse-Jazz-Ballads), das sind mitreißende Soli, druckvolle Rhythmen und gefühlvolle Melodien: all dies wird herausragend musiziert von Vano Bamberger & Band. Mittlerweile ein unersetzlicher Teil der Berliner Folk- und Klezmerszene ist der aus den USA stammende Daniel Kahn. Gemeinsam mit seiner Band „The painted Bird“ spielt und singt Daniel Kahn eine wilde Mischung aus Klezmer, jiddischen Songs, politischem Cabaret und Folk. Zu dieser bunten Mischung gesellen sich aus dem klassischen Sektor der berühmte Oboist Albrecht Mayer, der zu Gast ist bei „Klassik à la carte“, und das polnische Streichquartett Apollon Musagète, das im vergangenen Jahr einen der selten vergebenen Ersten Preise beim Internationalen ARD-Wettbewerb gewonnen hat.
„Vokalissimo“ in Wotersen
In Wotersen steht das Musikfest am 1. und 2. August ganz im Zeichen des Gesangs. Doch bei „Vocalissimo“ sollen nicht nur schöne Stimmen die Besucher erfreuen, sondern auch Bearbeitungen und Opernparaphrasen aller Art. Die Konzerte finden in der historischen Reithalle statt, die Teil der wunderschönen Gutsanlage ist und als Kulisse seinerzeit für die Fernsehserie „Das Erbe der Guldenburgs“ große Bekanntheit erlangte. Der malerische Park von Wotersen ist an diesem Wochenende exklusiv für Musikfestbesucher geöffnet.
Die Sinfonietta Baltica unter der Leitung von Gerd Müller-Lorenz bringt ein ungewöhnliches und spannendes Programm mit – u.a. mit einer Uraufführung der „Gesänge der Großstadt“ für Bariton-Solo und Streichorchester nach Texten von etwa Kurt Tucholsky und Christian Morgenstern des jungen Komponisten Robert Krampe. Barocke Klänge verströmt die capella vitalis berlin unter dem Motto „Händel – Glanz und Gloria“ und würdigt damit den bedeutenden Komponisten zu seinem 250. Todestag. Herausragende Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben präsentieren sich mit dem Geiger Stefan Tarara, der ein höchst virtuoses Programm mit Bearbeitungen verschiedener Opernwerke spielt, sowie mit dem Tenor Simon Bode und dem Leibniz Trio. Diese musizieren die wunderschönen „Schottischen Lieder“ für Gesang und Klaviertrio, die Joseph Haydn, ein weiterer Jubilar dieses Jahres, für diese ungewöhnliche Besetzung bearbeitet hat. Etwas ganz besonderes sind die Opernparaphrasen, die Sax Allemande unter dem Titel „Sax at the Opera“ darbieten – Mozart, Beethoven, Tschaikowsky mal ganz anders. Ein vokales Feuerwerk entfacht das A-cappella Quartett Maybebop mit Jazz, Swing und Pop vom Feinsten – „Best of Show“.
Musikfest in Emkendorf „Talentscheune“
Für eingefleischte Musikfestfans ist das zwischen Kiel und Rendsburg gelegene Emkendorf das Mekka der „Musikfeste auf dem Lande“. Kein Wunder: Das in einen riesigen englischen Park eingebettete Gut mit seinem frühklassizistischen Herrenhaus und der als Konzertsaal dienenden Scheune mit der beeindruckenden Balkenkonstruktion ist bestens geeignet für ein Fest für alle Sinne.
Die eindrucksvolle Scheune wird am 15. und 16. August wieder zur „Talentscheune“, wenn der Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe vergeben wird. Eine Neuerung ist die Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer. Drei oder vier Erste Bundespreisträger in der Ensemblewertung des Bundeswettbewerbs „Jugend Musiziert“ werden Anfang Juni ausgewählt und zum Musikfest eingeladen, um die Gunst der Jury und des Publikums zu erspielen. Der von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, zusätzlich wird ein Publikumspreis in Höhe von 500 Euro vergeben. Im Anschluss an die Vorspielrunde präsentieren sich sowohl die frischgekürten Preisträger, als auch der Preisträger 2008, der Hornist Claudius Müller. Dieser wird gemeinsam mit der Klarinettistin Agneta Sieweke und der Pianistin Ulrike Payer das Trio von Carl Reinicke aufführen.
Die bekannte Musik zum „Sommernachtstraum“ von Mendelssohn erklingt in der brillanten Fassung für Klavier zu vier Händen, ebenso brillant dargeboten vom Klavierduo Richard und Valentin Humburger. Die Zwillingsbrüder sind Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe und konzertieren bereits in ganz Europa.
An diesem Wochenende der Talente stellen sich auch weitere großartige Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben in verschiedensten Besetzungen vor. Aus Berlin kommt das Armida Quartett mit dem Cellisten Peter-Philipp Staemmler, dem diesjährigen Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs. Das Quartett, das sich 2006 aus Studenten der dortigen Musikhochschulen gebildet hat, wird von der Stiftung Yehudi Menuhin „Live Music Now“ gefördert und erspielte sich Anfang des Jahres das Stipendium des Bundespräsidenten beim Mendelssohn-Wettbewerb in Berlin. Die POSSEHL-Preisträgerin 2008 Sophie Heinrich, Violine, und Jaques Ammon, Klavier, bilden das Duo Inter Pares, das mit Werken von Saint-Saens und Brahms die schönste romantische Geigenliteratur erklingen lässt. Russisch-argentinisch eingestimmt zeigt sich das Saxophon Quartett sonic.art mit Werken von Glasunov und Piazzolla. Das Cuarteto Sol Tango wird die Konzertscheune in reinste Tango-Laune versetzen und die Fußsohlen der Konzertbesucher zum Wippen bringen. Die noch junge Formation aus Lübeck mit dem Pianisten Martin Klett, der Geigerin Azadeh Maghsoodi und dem Cellisten Karel Bredenhorst hat mit dem Bandoneon-Spieler Rocco Bonness einen Meister seines Fachs als Partner gewonnen.
Musikfest in Hamburg-Marmstorf „Grillen zirpen, Wälder rauschen“
Erstmals gastieren die Musikfeste im Süden Hamburgs in der fantastischen Baumschule Lorenz von Ehren, die nicht nur die Herzen von Gartenfreunden höher schlagen lässt. Das umfangreiche Gelände lädt in den Pausen zum Lustwandeln ein und manch einer lässt sich vielleicht für die Gestaltung des heimischen Gartens inspirieren. Die große Halle, in der sonst Pflanzen sortiert und versandfertig gemacht werden, wandelt sich in diesem Sommer zum perfekten Konzertsaal, der sich durch eine ausnehmend gute Akustik auszeichnet. Passend zur Umgebung wird sich das letzte Musikfest am 22. und 23. August auch musikalisch in die Wälder begeben.
Das international besetzte, in Frankfurt ansässige Trio Monte läutet mit Klaviertrios der Jubilare Haydn und Mendelssohn das letzte Musikfest ein. Am Samstag und Sonntag zu erleben ist das Schweizer Kammerorchester La Banda Antix, die mit Telemanns „Grillen-Symphonie“ oder Brittens „Two Insect Pieces“ das Motto dieses Wochenendes bei der Programmplanung durchaus wörtlich genommen haben. Für Chorfreunde ist der Besuch in Marmstorf ein Muss. Das Vocal Concert Dresden unter Leitung von Peter Kopp singt von Mendelssohn die wunderschönen „Lieder im Freien zu singen“ (wenn auch in der Halle und nicht draußen) und der Schleswig-Holstein Festival Chor präsentiert sich erstmals bei den Musikfesten unter der Leitung des legendären Bach-Spezialisten Peter Schreier bei „Klassik à la carte“ mit Motetten von Bach und Mendelssohn.
Mit dem jungen Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi ist ein pianistisches Ausnahmetalent zu erleben, das keinen Geringeren als Alfred Brendel zu seinen Förderern zählt. Entspannt geht es jeweils in den Abendstunden zu, wenn zum einen die drei Hamburger Jungs von Bidla Buh mit ihrer Musik-Comedy in nostalgischem Gewand „tierisch gut – die besten Liebhaber der Welt“ beschwören, zum anderen das Bläseroktett Ensemble Prisma die „Lustigen Weiber von Windsor“ zum Leben erweckt und die Musikfeste-Saison 2009 beendet. Denn wie sagt doch so wahr Sir John Falstaff im Park von Windsor „Alles ist Spaß auf Erden“.
Klassik à la carte
Ebenfalls schon Tradition die Produktion der NDR Kultur Sendung „Klassik à la carte“ bei den Musikfesten: In Stocksee, Pronstorf und HH-Marmstorf wird die beliebte Sendung, bei der jeweils ein prominenter Gast einem Moderator des NDR Rede und Antwort steht, auf der Musikfestbühne produziert. Das Besondere dabei: Auch die Musik wird live dargeboten. So werden die Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Preisträger des Leonard Bernstein Awards 2009 (gestiftet von der Sparkassen-Finanzgruppe), der Cellist Leonard Elschenbroich (19.7. Stocksee), der herausragende Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker, Albrecht Mayer, (2.8. Pronstorf) und der weltberühmte Tenor und Dirigent Peter Schreier gemeinsam mit der Chorakademie des SHMF (23.8. HH-Marmstorf) sowohl im persönlichen Gespräch zu erleben sein als auch mit musikalischen Kostproben begeistern.
Traditionell werden die kleinen Konzertbesucher musikalisch betreut, während die Erwachsenen das Konzert genießen. Die Kindermusikwerkstatt begeistert seit Jahren den Nachwuchs mit ihrer besonderen spielerischen Art, die Kinder an die Musik heran zu führen, an jedem Wochenende in den Konzertblöcken A, C und D.
Im vergangenen Jahr wurde der Musikalische Nachschlag am Samstagabend eingeführt und vom Publikum sehr gut angenommen. Direkt im Anschluss an das letzte Konzert bei Gesprächen und Live-Musik in der Musikfestgastronomie können Publikum, Musiker und Festivalmitarbeiter den Musikfesttag auch in diesem Sommer entspannt ausklingen lassen.
Auch in diesem Jahr bietet das Schleswig-Holstein Musik Festival mit den „Musikfesten auf dem Lande“ allen Musikfreunden an fünf Wochenenden das etwas andere Konzerterlebnis. Anders als bei einem abendlichen Konzert bestechen die Musikfeste durch das perfekte Miteinander von herrlichem Ambiente und abwechslungsreichen Konzertprogrammen. Angereichert mit entspannenden Picknickpausen können Musikliebhaber mit Freunden und Familie den ganzen Tag Kultur und Natur pur genießen.
Die Termine im Überblick:
18./19. Juli: Stocksee „Berliner Luft“ 1./2. August: Wotersen „Vocalissimo“
8./9. August: Pronstorf „Multikulti – Zuhause in Deutschland“
15./16. August: Emkendorf „Talentscheune“
22./23. August: Hamburg-Marmstorf „Grillen zirpen, Wälder rauschen“
An jedem Musikfest-Wochenende gibt es vier Konzertblöcke mit je zwei einstündigen Konzerten:
Samstag Programm A (13.00 Uhr-16.00 Uhr) Eintritt € 18,- / erm. € 9
Programm B (18.00 Uhr-21.00 Uhr) Eintritt € 18,- / erm. € 9
Sonntag Programm C ( 11.00 Uhr-14.00 Uhr) Eintritt € 18,- / erm. € 9
Programm D (16.00 Uhr-19.00 Uhr) Eintritt € 18,- / erm. € 9 Tageskarten AB und CD Eintritt € 32,- / erm. € 16 Karten sind über die SHMF-Kartenzentrale erhältlich: Postfach 3840, 24037 Kiel, Tel. 0431-570 470, Fax: 0431-570 47 47, E-Mail: bestellung@shmf.de, www.shmf.de Quelle: SHMF |