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Literatursommer 2009 in St. Petri Drucken E-Mail
08.07.2009
St. Petri
St. Petri
 Im Rahmen des länderübergreifenden Projektes „Grenzerfahrungen“, das Lübeck und Nordwestmecklenburg anlässlich von 20 Jahren Deutscher Einheit initiiert haben, stehen in diesem Jahr das geteilte und das vereinigte Deutschland im Mittelpunkt des Literatursommers 2009. An zwei Abenden präsentiert der – seit einigen Jahren mit hochkarätigen sommerlichen Literaturveranstaltungen z.B. zu Ungarn und Russland bestens eingeführte - Lübecker Arbeitskreis „Literatursommer“ drei unterschiedliche Stimmen aus Deutschland, die in ihren Werken politische, soziale und biographische Entwicklungen im Osten und Westen der Republik beleuchten.


Am ersten Abend der Reihe bestreitet Monika Maron ihr literarisches Solo, am zweiten Abend der Reihe bilden die Autoren Claudia Rusch und Jakob Hein ein Duo.

Am Montag, dem 20.07.2009 um 19.30 Uhr ist Monika Maron in St. Petri mit ihrem jüngsten Werk „Bitterfelder Bogen. Ein Bericht“ und ihrem Debütroman „Flugasche“ zu erleben. Einführung: Antje Peters-Hirt, Direktorin der GEMEINNÜTZIGEN, Lübeck.

Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Ihr Stiefvater Karl Maron war in den Jahren 1955 bis 1963 Innenminister der DDR. Nach dem Abitur arbeitete sie als Fräserin in einem Industriebetrieb, danach studierte sie Theaterwissenschaften und versuchte sich anschließend zwei Jahre als Regieassistentin und anschließend als Reporterin für die Frauenzeitschrift „Für dich“ und die Wochenpost. Seit 1976 arbeitet sie freiberuflich als Schriftstellerin in Ostberlin.

In ihrem neuesten Werk „Bitterfelder Bogen. Ein Bericht.“ kehrt Monika Maron zurück an die Handlungsorte ihres – in Westdeutschland überaus erfolgreichen - Debütromans „Flugasche“ von 1981. Thematisierte sie damals die Umweltverschmutzung in der DDR und die schwierigen Produktionsbedingungen in Bitterfelder Chemiebetrieben, so beschreibt sie heute, 30 Jahre später, den erneuten Besuch der Stadt und zeichnet die Spur der Veränderungen nach. 

Sie erzählt von der Wiederauferstehung einer Region, vor allem aber vom Aufbruch einiger Kreuzberger Solar-Enthusiasten in die Sachsen-Anhaltinische Provinz, wo sie eine Solarzellenfabrik mit vierzig Arbeitsplätzen bauen wollten. Die Not der einen, für die jeder Arbeitsplatz kostbar war, und der Traum der anderen schmiedete ein Bündnis, dem fast unglaubliches gelang. Nur acht Jahre später ist Q-Cells der größte Solarzellenhersteller der Welt. Aus der kleinen Solarzellenfabrik ist „Solar Valley“ geworden.

Für ihr erzählerisches und essayistisches Werk wurde Monika Maron mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis (2003), zuletzt mit dem Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis 2009. Am 16. Juni 2009 erhält Monika Maron den Deutschen Nationalpreis.

Monika Maron wird die erste Lesung aus ihrem neuen Buch in Lübeck durchführen.

Am Montag, dem 03.08.2009, um 19:30 Uhr sind Claudia Rusch und Jakob Hein in St. Petri mit Lesungen aus ihren jeweils jüngsten Werken und einer anschließenden Gesprächsrunde zu hören und zu sehen. Moderiert wird der Abend von Holger Pils, Leiter des Buddenbrookhauses, Lübeck.

Claudia Rusch, Jahrgang 1971, wuchs auf der Insel Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik, arbeitete sechs Jahre als Fernseh-Redakteurin und lebt heute als Autorin in Berlin. Bekannt wurde sie mit ihrem 2003 erschienenen Bestseller „Meine freie deutsche Jugend“.

Für ihr neuestes Buch „Aufbau Ost“, aus dem sie lesen wird, war sie zwischen Zinnowitz und Zwickau unterwegs und in allen 15 ehemaligen DDR-Bezirken von Rostock bis Gera Geschichten gefunden, die eine neue Realität erzählen, ohne die alte zu vergessen. Sie erzählt Geschichte und Geschichten, die weder sentimental noch hämisch, weder nostalgisch noch verbittert sind: Eine reise durch ein nur manchmal blühendes Land, das gewendet, wiedervereinigt und aufgebaut wurde.

Ebenfalls Jahrgang 1971 ist Jakob Hein, Sohn des Schriftstellers Christoph Hein und der Filmregisseurin Christiane Hein. Nach dem Abitur studierte er Medizin in Berlin, Stockholm und Boston und promovierte 2000 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Hein arbeitet heute als Schriftsteller und Arzt in der Klinik für Psychatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité.

Er wird aus seinem 2008 erschienenen Roman „Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht“ lesen. In diesem Buch voller Anfänge, in dem er unzählige Erzählfäden spinnt, die ausfasern, liegenbleiben oder abrupt enden, erzählt der Autor von überzogenen Erwartungen, gelebten Träumen, enttäuschten Hoffnungen, zwei Liebenden und nicht zuletzt von der Vergänglichkeit der Dinge.
                                                      

Literatursommer 2009 - Deutschland

20.07.2009:     Monika Maron   
03.08.2009:    Claudia Rusch und Jakob Hein

Jeweils Montag um 19:30 Uhr

Eintritt 7,- / 5,- Euro ermäßigt. Kartenvorverkauf:   Pressezentrum, Buddenbrookhaus, Buchhandlung Weiland,St. Petri zu Lübeck. Veranstalter: St. Petri-Kuratorium, Buchhandlung Weiland, Pressezentrum Lübeck.

Unterstützer: Stadtbibliothek Lübeck, Hansestadt Lübeck (Fachbereich Kultur), Literaturhaus Schleswig-Holstein, Volkshochschule Lübeck, Kulturstiftung Hansestadt Lübeck, Buddenbrookhaus, Lübeck.

Quelle:

Anika Stender-Sornik, Veranstaltungsmanagement St. Petri

 
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