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SHMF-Festivalausstellung: DEUTSCHE BILDER Drucken E-Mail
14.07.2009
Der Malerfeind
Der Malerfeind
Die Kunsthalle St. Annen in Lübeck präsentiert vom 11. Juli bis zum 4. Oktober 2009 Meisterwerke aus der Sammlung Würth

Es ist ein Kunstereignis der Extraklasse: Unter dem Titel „DEUTSCHE BILDER“ sind in der Lübecker Kunsthalle St. Annen vom 11. Juli bis zum 4. Oktober etwa 50 Werke großer deutscher Maler und Bildhauer der Gegenwart  zu sehen. Die Meisterwerke aus der berühmten Sammlung Würth - unter anderem von Anselm Kiefer, Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Gerhard Richter, Rainer Fetting und A.R. Penck - wurden jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung ist zugleich Festivalausstellung des Schleswig Holstein Musik Festivals (SHMF).  Dem SHMF-Länderschwerpunkt „Deutschland“ entsprechend, setzen sich die Arbeiten direkt oder indirekt mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander. 

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, das Schleswig Holstein Musik Festival mit einer so hochkarätigen Ausstellung zu begleiten“, erklärte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Geschäftsführender Direktor der Lübecker Museen, gegenüber den Journalisten und ergänzte:  „Während des ganzen Sommers bietet Lübeck nun hervorragende Musik und exzellente Kunst.“

Die Exponate in der Kunsthalle stammen aus der berühmten Sammlung Würth. Die Geschichte der Sammlung reicht zurück bis zum Ende der 60er Jahre, als der Schraubengroßhändler Reinhold Würth sein erstes Aquarell von Emil Nolde erwarb. Gezielt setzte der Unternehmer in den folgenden vier Jahrzehnten seine Kunstankäufe fort und baute mit Leidenschaft, Sachkenntnis und einem beeindruckenden Gespür für Qualität eine rund 12.000 Werke umfassende Sammlung internationaler Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der klassischen Moderne. Die Kunsthalle St. Annen zeigt nun eine Auswahl von rund 50 Gemälden, Plastiken und Graphiken aus dieser Sammlung.

„Der Reiz dieser ungewöhnlichen Präsentation besteht vor allem darin, dass sich an den Werken ein lebendiger Austausch zwischen der Kunst der jüngsten Vergangenheit und der der Gegenwart nachvollziehen lässt, gleichzeitig aber auch Umbrüche und historische Verwicklungen der deutschen Zeitgeschichte seit 1960 ablesbar sind“, erklärte Museumsleiter Dr. Thorsten Rodiek.

Ein Blick zurück: Vor dem Hintergrund der verordneten Staatskunst des dritten Reichs mit ihrer propagandaartigen Verherrlichung des Nationalsozialismus, wurde im westlichen Teil Deutschland der Nachkriegszeit - und nur über diesen berichtet die Ausstellung - jegliche Form der realistischen Kunst als Ausdruck einer Weltanschauung, die sich selbst erledigt hatte, abgelehnt. Wer noch gegenständlich malte, galt als hoffnungslos reaktionär. Demgegenüber versuchten fortschrittliche Künstler der Nachkriegszeit mit der "Weltsprache" der Abstraktion den Dialog mit der internationalen Kunst aufzunehmen.

Erst mit den beginnenden sechziger Jahren - zunächst kaum bemerkt -  traten dann  erneut Maler hervor, die den Glauben an die Kraft der Bilder nicht verloren hatten.
Parallel zur Neuen Deutschen Welle in der Pop-Musik bildeten sich in den 80iger Jahren in Berlin und Köln Künstlergruppen, die - zum Teil eng mit der damaligen Musikszene verbunden - begannen, die verpönte figurative Malerei zu einem neuen aktiven Leben zu erwecken. Es entstanden Arbeiten voller Farbigkeit  und Heftigkeit. Zu dieser wegbereitenden Künstlergruppe zählen u. a. Maler wie Karl Horst Hödicke, Bernd Koberling, Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé, und Jiri Georg Dokoupil.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung überaus provokative Künstler, die zwischenzeitlich den Status des Malerstars erlangt haben, wie Jörg Immendorff, A. R. Penck und Gerhard Richter..

Nicht zuletzt waren es gerade diese Maler, die der deutschen Kunst weltweite, bis heute andauernde  Anerkennung  verschafft haben und den Weg für die heutige, weltweit beachtete Künstlergeneration bereiteten.


Quelle: SHMF

 
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