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28.01.2010
Jugend ins Museum
Jugend ins Museum
Ab sofort: Erste Angebote für Lübecker Lehrer und Schüler

Startschuss für ein in Norddeutschland einzigartiges Projekt: Die Lübecker Museen haben in enger Zusammenarbeit mit Lübecker Lehrern in den vergangenen 12 Monaten Unterrichtspakete für die Fächer Biologie, Deutsch, Kunst, Geschichte sowie Heimat- und Sachunterricht entwickelt, die mit Beginn des neuen Schulhalbjahres (ab 1. Februar 2010) von rund 21000 Lübecker Schülern und 1764 Lehrern kostenlos genutzt werden können.
Zudem gibt es die Arbeitsgruppe „Schüler führen Schüler" und das Wahlpflichtfach „Museumskunde".
Name des auf drei Jahre angelegten und von der Michael-Haukohl-Stiftung finanzierten Projekts: „Jugend ins Museum". Erklärtes Ziel: Schüler sollen im Rahmen ihres Unterrichts weitaus öfter als bisher die Museen besuchen.
„Es ist uns wichtig, dass die Lübecker Museen verstärkt als Lernorte genutzt
werden. Ich denke, genau das können wir mit diesem Projekt, das sich gezielt
an die Lehrer unserer Stadt richtet, erreichen. Ich freue mich besonders
darüber, dass „Jugend ins Museum" das große Stadtprojekt „Lernen vor Ort"
sinnvoll ergänzt", erklärte Kultursenatorin Annette Borns gegenüber den
Journalisten.

Das Projekt „Jugend ins Museum" setzt sich inhaltlich aus drei Säulen
zusammen:

Die erste Säule bilden die so genannten Unterrichtspakete für die Schulen. Ab sofort stehen 11 Unterrichtsbausteine auf der Webseite www.jugend-ins-museum.de zum Download bereit. Die Bausteine (derzeit buchbar für die Fächer Kunst, Deutsch, Biologie, Geschichte, Heimat- und Sachunterricht ) basieren auf den Lehrplänen der Grundschulen und der Sekundarstufe 1. Lehrer, die auf der Webseite ein passendes Angebot finden, müssen sich nur noch anmelden – und können dann mit ihrer Klasse kostenlos das entsprechende Museum besuchen.
Auf der Webseite finden sie alle Informationen, die sie für die Durchführung der
Unterrichtsstunde im Museum brauchen. Auch Arbeitsblätter stehen zum kostenlosen Download bereit. Alle darüber hinaus benötigten Arbeitsmaterialien wie etwa Farben oder Requisiten gibt es dann im Museum. Bedürftige Kinder erhalten zudem kostenlose Fahrscheine der Stadtverkehr Lübeck GmbH .

„Das neue Bildungsangebot ist eine hervorragende Kooperation. Es wurde von
Lehrern und Museumspädagogen erarbeitet und geht in optimaler Weise auf die Bedürfnisse von Schulen ein. Die Themen orientieren sich am Lehrplan und zugleich an den Sammlungen unserer Häuser – interessanter und fundierter kann man Kindern kulturelles Wissen nicht vermitteln", lobte der Geschäftsführende Direktor der Lübecker Museen, Prof. Dr. Hans Wißkirchen, die Ergebnisse der Zusammenarbeit.

Die Entwicklung und Umsetzung der Bausteine, die Einrichtung der Webseite,
die Requisiten vor Ort, der Eintritt in die Häuser – das alles kostet viel Geld. Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Bildungsprojekt von der Michael-Haukohl-Stiftung. „Ich möchte betonen, dass es in den Lübecker Museen auch vorher schon gute museumspädagogische Angebote gab. Aber dieses neue Projekt ist etwas ganz Besonderes. Erstmals wurden Programme von denjenigen mit erarbeitet, die sie später auch nutzen sollen – von Lehrern. Die Module sind daher perfekt auf die Bedürfnisse von Schulen zugeschnitten. Ich bin sicher, dass in Zukunft viele Lehrer diese Vorteile erkennen und Unterricht im Museum machen," erklärte Michael Haukohl.

Die zweite Säule des Projekts „Jugend ins Museum" ist die Arbeitsgruppe „Schüler führen Schüler". In diesem Kurs werden Schülerinnen und Schüler zu Museumsbegleitern ausgebildet, die selbst Führungen für Kinder und Jugendliche erarbeiten und durchführen. Im Mai 2010 endet der erste Kurs mit Schülern des Lübecker Katharineums. Im Schuljahr 2010/2011 startet eine weitere Arbeitsgruppe mit Schülern des Carl-Jakob-Burkhard-Gymnasiums.

Die dritte Säule des Projekts ist der Wahlpflichtkurs Museumskunde. Er wird derzeit von der Baltic-Gesamtschule, ab dem Schuljahr 2010/2011 auch an der Willy-Brandt-Schule und der Geschwister-Prenski-Schule angeboten. Die Schüler können den Wahlpflichtkurs wählen und haben dann zwei Schuljahre lang das Fach „Museumskunde". Sie erkunden die Häuser, beschäftigen sich mit Exponaten, gestalten Plakate und Ausstellungsvitrinen.

Das Projekt „Jugend ins Museum" wurde von der Ethnologin und Museumspädagogin
Swenja Koschnick konzipiert. Sie begleitet das Projekt auch weiterhin. Bisher sind das Holstentor, das Museum für Natur und Umwelt, das Museum Behnhaus Drägerhaus und das Kulturforum Burgkloster an dem Projekt beteiligt. Bis zum Sommer werden weitere Unterrichtsbausteine entwickelt. Dann sollen auch alle anderen Museen mit eingebunden werden.

Quelle: Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
 
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