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Ausflugstipp: Erleben Sie "Die Macht des Handels" |
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| 27.02.2010 |
 Holstentor Museum Das Holstentor Museum lockt mit einer eindrucksvollen Ausstellung über die Hanse, Handel, Macht und Reichtum
Würdevoll erhebt sich das Holstentor vor der Altstadt Lübecks. 1464 -1478 errichtete Hinrich Helmstede das stolze Gebäude mit den zwei mächtigen Türmen zur Verteidigung der Stadt und zur Repräsentation von Macht und Reichtum. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zum Wahrzeichen der Hansestadt. Heute symbolisiert der gotische Bau die Geschichte Lübecks als reichsfreie Stadt und demonstriert ihre einstige Vormachtstellung im Ostseeraum. Gleichzeitig ist es Inbegriff aller Vorstellungen von Hanse, Handel, Macht und Reichtum.
Im Inneren verbirgt das imposante Bauwerk die 2003 neu konzipierte Ausstellung „Die Macht des Handels“. Hinter bis zu 3, 50 Meter dicken Mauern taucht der Besucher in die aufregende Geschichte der Hanse ein. Über die steinerne Wendeltreppe gelangen Interessierte nach und nach in die einzelnen Räume der stolzen Doppelturmanlage. Auf vier Geschossen locken acht Räume mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Verschiedene Installationen erfordern das aktive Handeln und sorgen für spannende Entdeckungen. Fühlen, Hören, Sehen, Riechen und Berühren – mit allen Sinnen kann die Geschichte der Hansekönigin Lübeck erlebt werden.
Auf einer Handelskarte wandelnd wird der Besucher im ersten Raum in die Rolle eines Fernhandelkaufmannes versetzt. Durch europaweite Geschäfte mit wertvollem Salz, hochwertigen Pelzen, getrockneten Fisch u.a. sowie die verkehrsgeographisch günstige Lage gelangte die Stadt vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit zu Reichtum und einer politischen Vormachtstellung. Nicht umsonst war Lübeck „die Königin der Hanse“.
Einen Raum weiter veranschaulichen Modelle, Karten, Fotografien und Zeichnungen die faszinierende Entwicklung von der mittelalterlichen Festung zum Wahrzeichen Lübecks. Schon bei seiner Gründung 1477 sollte das beeindruckende Tor ein repräsentatives Symbol der reichsfreien Stadt sein. Dennoch wäre es 1863 beinahe abgerissen worden. Seit der Reichsgründung 1871 wurde wieder an die mittelalterliche Bedeutung angeknüpft und das Holstentor zum nationalen Denkmal erhoben. Die Abbildung des Tores auf dem 50 DM Schein von 1958 bis 1991 verhalfen dem Bauwerk und der Stadt zu deutschlandweiten Ruhm.
Der nächste Raum verdeutlicht die tragende Rolle des Holstentors als Teil der Befestigungsanlage. Kanonen vor den Schießluken versetzen den Besucher in eine andere Zeit. Rüstungen und Waffen zeugen von der Ausübung einer der wichtigsten damaligen Bürgerpflichten: Schutz der Stadt.
Über eine sich windende Treppe werden der vierte und fünfte Raum erreicht. Diese widmen sich dem Seehandel, der entscheidend für Lübecks Macht und wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg der Hansestadt war. Detailgetreue Modelle von Segelschiffen, mächtige Galionsfiguren, Werkzeuge, Kapitänsbilder und nautische Geräte erzählen vom Seehandel und den Gefahren auf dem Meer. Niemals fehlen durfte dabei die Reiseapotheke. Da den Seeleuten bei Krankheit und Unfällen nur die Selbstmedikation blieb, galt der kleine Kasten mit den verschiedenen Ampullen und Fläschchen als beliebtes Diebesgut.
Im sechsten Raum erwartet Wissbegierige ein Stadtmodell Lübecks im 17. Jahrhundert. Es präsentiert den Prototypen einer ausschließlich aus Backsteinen errichteten Hansestadt, der zum Vorbild vieler anderer Städte des Ostseeraums wurde. Nicht nur die charakteristischen Kirchen sind wiederzufinden, auch die typische Struktur der Stadt mit ihrem rechtwinkeligen Straßennetz und den schmalen langen Grundstücken wird deutlich. Eine großzügige Sitzecke lädt zum Verweilen ein, während ein Film anschaulich die Entstehung der Hansestadt dokumentiert.
Besucher betreten im siebten Raum den Lübecker Marktplatz, wo Maße und Gewichte das Geschehen beherrschten. Hier lag auch das Rathaus, das Zentrum der Verwaltung und Heimat der Ratsherren, die vorwiegend Kaufmänner waren und die Geschicke der Stadt lenkten. Gleichzeitig war der Marktplatz aber auch Ort der niederen Gerichtsbarkeit. Die monumentale Backsteinbasilika St. Marien war und ist sichtbares Zeichen eines selbstbewussten Bürgertums.
Im achten Raum betreten Mutige den Ort der Gerichtsbarkeit. Das lübsche Recht war ein bedeutendes Instrument mit dem die Stadt ihre wirtschaftliche Stärke ausbaute. Beim Erkunden der spätmittelalterlichen Folterinstrumente läuft dem Betrachter ein kalter Schauer über den Rücken: hstorische Rechtsinstrumente wie Streckbank, spanischer Mantel und Daumenschrauben dienten der „peinlichen Befragung“. Keuschheitsgürtel und Brenneisen lassen Schmerzvolles erahnen.
Die Ausstellung „Macht des Handels“ veranschaulicht interessant und abwechslungsreich wie der Kaufmann seit dem Mittelalter die Stadt in wirtschaftlicher, politischer, kultureller und architektonischer Hinsicht prägte.
Das Holstentor Museum ist vom 1. Januar bis zum 31. März Dienstag bis Sonntag von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Ab dem 1. April bis zum 31. Dezember ist der Besuch der Ausstellung täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr möglich.
Erwachsene zahlen 5 € Eintritt, ermäßigt 2, 50€. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Kinder Jugendliche bis 18 Jahren zahlen 2 € Eintritt.
Quelle: LTM
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