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Zum letzten Mal: "Don Karlos" |
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| 24.03.2010 |
 "Don Karlos" Schauspiel von Friedrich Schiller am 27. März im Theater Lübeck
250 Jahre nach Schillers Geburt sind die Fragen, die er aufwarf, aktueller denn je: Was ist Freiheit? Wie weit darf Freiheit gehen, wo liegen ihre Grenzen? Schiller hat unsere Vorstellung von Freiheit mitgeprägt. »Don Karlos«, dieses packende Intrigenspiel am Hof Philipps II, zeigt, wie Freiheit sich gegen eine Welt der alten Religion, verkrusteter Machtverhältnisse und verstaubter Konventionen aufschwingt – und dabei ihre eigenen Regeln, die Freiheit des Einzelnen nämlich, verletzt.
Schiller benennt das Dilemma unserer Moderne: An den Grenzen der Freiheit finden wir die Möglichkeiten und Gefährdungen unserer Existenz. 60 Jahre BRD: Unsere Republik scheint Schillers Ideale verwirklicht zu haben. Aber Freiheit ist wie damals auch eine flexible Größe. Sie will errungen werden, sie steht nicht still. 20 Jahre Mauerfall: Ist es diese Republik, die unsere Vorfahren gemeint haben, als sie »Gedankenfreiheit« einklagten?
Don Karlos ist unglücklich verliebt in seine Stiefmutter Elisabeth, die Frau König Philipps, seines unantastbaren Vaters. Diese Schwärmerei am mächtigsten Fürstenhof Europas, einer Welt der Spione, Kriecher und Karrieristen, stellt einen undenkbaren Affront gegen die Krone dar. Bevor Philipp Maßnahmen gegen seinen Sohn ergreift, bittet er Marquis Posa, einen unabhängigen Geist und Karlos’ Jugendfreund, um Rat. Dieser sieht sich jedoch dem Freiheitskampf der Niederländer verpflichtet und nutzt die Situation, um dem König ins Gewissen zu reden. »Geben Sie Gedankenfreiheit!«. Das Wort ist blanke Rebellion, denn es fordert die »Selbstbestimmung der Person durch die eigene Vernunft«, wie es Rüdiger Safranski nennt – eine Machtanmaßung gegenüber den ehernen Gesetzen von Kirche und König. Am Ende lässt Schiller aber nur einen Sieger zu. Und das ist bedrohlich.
Quelle: Theater Lübeck |