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Dan Peterman "Was bleibt zu tun?" |
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| 05.07.2010 |
 "Was bleibt zu tun" Seit gestern ist die Ausstellung in der Overbeck-Gesellschaft zu bewundern
4. Juli - 15. August 2010 Dan Peterman (geboren 1960 in Minneapolis, lebt in Chicago) arbeitet seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Kunst, Ökologie und Ökonomie. In seinen installativen Projekten inszeniert er Wahrnehmungs- und Kommunikationsräume, die einerseits auf unmittelbare Erfahrbarkeit angelegt sind, andererseits auf diskursiver Ebene Strategien des Recycling und der Nachhaltigkeit auf kritische, humorvolle und lösungsorientierte Weise zur Disposition stellen.
Die aktuelle Ausstellung ist Ausdruck einer Auseinandersetzung mit dem konkreten Ausstellungsort. Der Overbeck-Pavillon wird zur offenen Membran zweier gesellschaftlicher Systeme, an der Peterman Kreisläufe der Kunstproduktion und der gesellschaftlichen Waren- bzw. Gebrauchsproduktion prozesshaft miteinander und mit dem Ziel verbindet, auf experimentelle Weise ökologische Kreislaufgedanken, Wiederverwertungs- und Umwertungsstrategien sinnlich und ästhetisch erfahrbar und nutzbar zu machen. Der Modus seiner Arbeiten ist weniger darstellend oder fiktional, sondern es geht um das in Gang setzen von realen Prozessen und das Ausloten von Möglichkeiten und Potenzialen gegebener Systeme.
Für das aktuelle künstlerische Projekt nutzt Peterman regionale Wirtschaftskreisläufe, indem er seine Materialien überwiegend aus Lübecker Produktionsstätten bezieht und in den Kunstkreislauf einschleust: Rindenmulch und Holzspäne aus den Lübecker Forsten, Ziegenkäse aus einer hiesigen Käserei und einen ausgeliehenen Gewächshaustunnel.
Mulch als Gartenbelag wird seinem ursprünglichen Verwertungskontext entzogen und bedeckt nun den Boden eines Gewächshaustunnels, der Skulpturengarten und Overbeck-Pavillon verbindet. Das Naturprodukt zieht sich bis in das Innere der Ausstellungsräume hinein, wird damit vorübergehend in den Kunstkontext integriert, um nach der Ausstellung zur Weiterverwertung an seinen Ursprungsort zurückzukehren. Ziegenkäse entfaltet in den 6 Wochen der Ausstellung anschaulich verschiedene Stadien seines Reifungsprozesses und wird anschließend – als Kunstprodukt - in das Archiv des Künstlers, das ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wird, überführt. Der Gewächshaustunnel als Zwischenraum von Innen und Außen ist ein Ort des sozialen Austauschs mit Sitzbänken und Hockern aus vom Künstler produziertem, recycelten Kunststoff.
Deutlich sichtbar offengelegt werden in dem Lübecker Projekt Überlappungsprozesse ökologischer und ästhetischer Kontexte und die mit ihnen verbundenen Funktions- und Wertverschiebungen der verwendeten Materialen.
Quelle: Overbeck-Gesellschaft |