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"Hans Blumenberg - Geschichte(n) des Wissens" Drucken E-Mail
11.07.2010
Hans Blumenberg İPeter Zollna
Hans Blumenberg İPeter Zollna
lnternationale Tagung mit begleitendem Kulturprogramm vom 14. bis 17. Oktober in Lübeck

Zu Lübecks großen Söhnen zählt ohne Zweifel Hans Blumenberg – er war einer der wichtigsten Philosophen der Bundesrepublik. Am 13. Juli würde der 1996 verstorbene Hans Blumenberg neunzig Jahre alt werden. Dies ist der Anlass, um die Aktualität seines Denkens zum Gegenstand einer internationalen Tagung in Lübeck zu machen, die von einem kulturellen Programm begleitet wird.

Veranstalter sind das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck (IMGWF) und das Buddenbrookhaus – Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, Kooperationspartner sind das Kuratorium St. Petri und das Theater Lübeck. Das Programm der Tagung wurde am heutigen Freitag vom Direktor des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF), Prof. Dr. Cornelius Borck, und dem Leiter des Buddenbrookhauses, Holger Pils, im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Tagung wird vom 14. bis 17. Oktober 2010 in den Räumen des IMGWF in der Königstraße abgehalten. Die kulturellen Veranstaltungen finden im Buddenbrookhaus und in St. Petri statt.

Im Jahr des 90. Geburtstags soll den Bürgerinnen und Bürgern nach den Veranstaltungen der vergangenen Jahre abermals die Möglichkeit gegeben werden, das Werk und Wirken Blumenbergs näher kennen zu lernen. Die Tagung in Lübeck soll auch ein Zeichen setzen: Die Beziehung des wegen der jüdischen Herkunft seiner Mutter verfolgten Blumenberg zu seiner Heimatstadt war schwierig; mit der angetragenen Ehrenbürgerschaft konnte aber gegen Ende seines Lebens noch ein wichtiges Zeichen zur Versöhnung gesetzt werden, ohne dass es noch zur Verleihung gekommen wäre.

„Die Tagung möchte die Diskussion zum Werk von Blumenberg aufgreifen und versucht, dem kritischen Geist seines Denkens gerecht zu werden“, sagte Professor Cornelius Borck. Dazu wird eine Reihe führender Geisteswissenschaftler aus dem In- und Ausland nach Lübeck kommen. Zugleich ist die Lübecker Öffentlichkeit ausdrücklich willkommen. „Mit der gewachsenen zeitlichen Distanz und vorangetrieben durch die Erschließung seines umfangreichen Nachlasses erlebt die Beschäftigung mit Blumenberg gerade jetzt eine sehr erfreuliche Renaissance.

Inzwischen wird deutlich, wie die Arbeiten Blumenbergs auf der Basis eines stupenden Wissens und in ihrer Kombination von tiefschürfender Analyse mit bewegender Skepsis wesentlich zur intellektuellen Selbstverständigung in der Bundesrepublik beigetragen haben“, erklärte Borck. Im Zentrum der Tagung soll das Verhältnis von Philosophie und Wissenschaft stehen – und damit die von Blumenberg so radikal gestellte Frage nach der Legitimität der Moderne: Was bedeutet Blumenbergs Absage an alles Absolute heute und wie lässt sich z.B. angesichts der neuen Technowissenschaften eine Legitimität der Gegenwart denken? Und was leistet dabei Blumenbergs Verzahnung von philosophischen Analysen mit wissenschaftshistorischen Rekonstruktionen für die aktuelle Diskussion?

Für die Vorträge und Diskussionen im Rahmen der Tagung sind Freitag, 15. Oktober, Samstag, 16. Oktober, und der Sonntag Vormittag (17. Oktober) im IMGWF reserviert.

Folgende Referentinnen und Referenten konnten für die Tagung gewonnen werden: Dr. Christina Brandt (Berlin), Dr. Carsten Dutt (Marbach), Prof. Dr. Olivier Feron (Evora), PD Dr. Jürgen Goldstein (Bonn), Dr. Pini Ifergan (Jerusalem), Prof. Dr. Barbara Merker (Frankfurt), PD Dr. Thomas Meyer (München), PD Dr. Ernst Müller (Berlin), Dr. Oliver Müller (Freiburg), Prof. Dr. Birgit Recki (Hamburg), Prof. Dr. Tobias Rees (Montreal), Prof. Dr. Philipp Stoellger (Rostock), Julia Wagner (Konstanz), Dr. Rüdiger Zill (Potsdam).

Zur Auftaktveranstaltung im Buddenbrookhaus am 14. Oktober, sagte Holger Pils: „In unserem Archiv wird ein Manuskript Blumenbergs mit Lübeckbezug verwahrt, außerdem der späte Briefwechsel Blumenbergs mit der Hansestadt. Da das Haus ein literarischer Ort ist, sollen hier vor allem die literarischen Qualitäten des Werkes im Vordergrund stehen.“ In der moderierten Veranstaltung mit einem Rezitator und zwei jungen Wissenschaftlerinnen sollen Zugänge zu Blumenbergs Denken von der essayistischen Form her ermöglicht werden. Am Freitagabend, 15. Oktober, steht Blumenbergs Verhältnis zu Lübeck dann im Mittelpunkt. Frau Dr. Ada Kadelbach wird referieren, Sven Simon vom Theater Lübeck rezitieren, dazu gibt es Musik. Ermöglicht wird die Tagung durch die großzügige Förderung der Von Keller-Stiftung und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck.

Veranstaltungsorte:
- Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, 23552 Lübeck
- Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, Königstraße 42, 23552 Lübeck.
- Kulturkirche St. Petri, 23552 Lübeck

Quelle: Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
 
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